Demo — Restaurant Seeluft.
Fiktive Demo-Review. Das beste Essen, das ich dieses Jahr im Ländle hatte. 98 € klingen viel, sind aber für ein 5-Gang-Menü dieser Präzision ein fairer Preis. Service so unaufdringlich gut, dass man's erst hinterher merkt.
Fiktive Demo-Review. Das beste Essen, das ich dieses Jahr im Ländle hatte. 98 € klingen viel, sind aber für ein 5-Gang-Menü dieser Präzision ein fairer Preis. Service so unaufdringlich gut, dass man's erst hinterher merkt.
Ich gehe normalerweise nicht in Lokale mit weißen Tischtüchern. Hier mache ich eine Ausnahme — und es war keine Ausnahme die ich bereut hab.
Das Menü dreht sich um den Bodensee und die Berge dahinter: Saibling aus dem See als Tatar mit Apfel und Liebstöckel, dann Bergkäse-Knöpfle-Variation in der Tasse, Reh aus dem Bregenzerwald sous-vide mit Topinambur und Wacholderjus, ein Käsebrett mit drei Vorarlberger Sennereien, am Ende ein Sorbet aus Wald-Himbeeren das schmeckt wie ich's als Kind kannte.
Die Küche arbeitet mit wenig Schaum, wenig Pinzette, viel Geschmack. Kein Teller versucht „zu beeindrucken" — alles dient dem Produkt.
Die Sommelier-Empfehlung (drei Gläser Vorarlberger und Schweizer Weine, plus 28 €) war jeden Cent wert. Service nennt einen beim Namen, ohne zu schmeicheln. Toilette riecht nach echtem Lavendel.
Einziger Abzug bei Portion: nach Gang 4 war ich noch nicht satt. Vielleicht Absicht, vielleicht auch nicht — ich hätte das Reh in doppelter Menge essen können.