Tabula Rasa ist seit 2022 offen und hat sich in der Szene schnell rumgesprochen. Industrie-Loft-Look ohne den üblichen Edison-Glühbirnen-Kitsch, polierter Betonboden, an einer Wand die Probat-Trommelröstmaschine sichtbar hinter Glas. Sieben Sitzplätze drinnen, weil hier eigentlich „to go" der Plan ist.
Die Karte zeigt jeden Kaffee mit Herkunft, Farm, Höhe, Verarbeitung — und entscheidend: einer kurzen Geschmacksnotiz auf Deutsch („Bergamotte, Honig, Schwarztee"). Mein Yirgacheffe kam als V60 aufgegossen, Servierung in der Karaffe plus kleinem Becher zum Verkosten beim Abkühlen. Bei 65 °C: Zitrus. Bei 55 °C: Schwarztee. Bei Raumtemperatur: Aprikose. Genau wie's draufstand.
Der Sauerteig-Toast dazu (mit Avocado + Sumach + Sesam) war keine Notlösung neben dem Kaffee, sondern eigenständig gut. Brot kommt von einer Demeter-Bäckerei in der Nachbarschaft.
Was bremst: nur sieben Plätze, an einem Samstag-Vormittag wird's eng. Preise sind im oberen Drittel — ein Cappuccino kostet 4,80 €. Für die Qualität fair, für „einen schnellen Kaffee zwischendurch" zu viel.